Zuerst den Drahtverlauf, dann die Filtrationsaufgabe festlegen

Wir fertigen Drahtgewebe als Rollen, Zuschnitte und fertige Filterbauteile. Die Webart legt die Kreuzung von Kett- und Schussdrähten fest; Drahtdurchmesser und Drahtzahlen vervollständigen die Struktur. Eine Quadratmasche und der Strömungskanal einer Tresse sind unterschiedliche Geometrien. Vor dem Vergleich einer Maschenzahl oder eines Mikrometerwerts muss die Webart feststehen.

Quadratmaschen: sichtbare Öffnungen, unterschiedliche Bindung

Bei Leinenbindung verläuft jeder Draht abwechselnd über und unter dem nächsten Draht. Eine übliche Köperbindung führt über zwei und unter zwei Drähten, wobei benachbarte Drähte versetzt binden. Das diagonale Muster verändert die Drahtkröpfung und ermöglicht andere Kombinationen aus Draht und Öffnung. Beide Gewebe besitzen erkennbare Öffnungen. Wählen Sie das genaue Paar aus Maschenzahl und Drahtdurchmesser und definieren Sie anschließend Stützgewebe oder Stützkern.

Tressen: räumliche Strömungskanäle

Leinentressen kombinieren unterschiedliche Kett- und Schussdrahtdurchmesser mit dichter Bindung. Köpertressen verbinden diese dichte Anordnung mit einer Köperbindung. Die Filtration erfolgt durch die Kanäle zwischen benachbarten und überlappenden Drähten, statt durch regelmäßige quadratische Fenster. Geben Sie die Filterfeinheit zusammen mit der Rückhalte- oder Porenprüfdefinition an. Die Webart allein bestimmt den Partikelrückhalt nicht.

Umgekehrte Tressen und Bandlaufrichtung

Umgekehrte Tressen verändern die Zuordnung dicht angeordneter feiner Drähte und gröberer Querdrähte. Diese Struktur eignet sich für schmale kontinuierliche Filterbänder und automatische Siebwechsler. Kennzeichnen Sie Kett- beziehungsweise Laufrichtung, Bandbreite, Kanten und Fügebereich. Bandspannung, Führungskontakt und Auflagefläche gehören zur Baugruppenspezifikation.

Drei praktische Konstruktionsentscheidungen

Bei Schmelzesiebpaketen werden Kontrollgewebe, grobe Stützlagen und Drainagelagen getrennt festgelegt; die Reihenfolge folgt der Strömung. Bei gezogenen Filterbechern sind Gewebeorientierung, Zuschnittzugabe und wirksame Filterzone nach dem Umformen anzugeben. Bei Endlosbändern werden Laufrichtung, Breite und abgestützter Arbeitsbereich definiert. So wird aus der Webart ein fertigbares und prüfbares Bauteil.

Optische Prüfung und Filtrationsprüfung trennen

Die optische Prüfung von Quadratmaschen erfasst Öffnung, Drahtdurchmesser und Fehler in der Bildebene. Tressen benötigen ihre zugeordnete Feinheit und eine vereinbarte Poren- oder Rückhalteprüfung. Am fertigen Teil kommen Nähte, Schnittkanten und Bypasswege hinzu. Auch ein intaktes Feingewebe kann an einem undichten Rand umströmt werden; prüfen Sie deshalb die gesamte Filtrationsgrenze.

Ein Gewebebauteil in vier Schritten spezifizieren

1. Struktur benennen

Eine der fünf Gewebefamilien wählen und Kett-/Schussrichtung kennzeichnen.

2. Feinheitsdefinition erhalten

Bei Quadratmaschen die geometrische Öffnung, bei Tressen die Feinheit samt Prüfgrundlage angeben.

3. Vollständige Filtrationsgrenze zeichnen

Stützlagen, Nähte, Kanten, Umformzonen und Strömungsrichtung ergänzen.

4. Prüfprotokoll festlegen

Draht-/Zahl-Paarungen, sichtbare Fehler, Fertigmaße und die vereinbarte Poren- oder Rückhalteprüfung aufnehmen.